Tesla-Herausforderer Fisker ist insolvent

Henrik Fisker verliert erneut ein E-Auto-Startup

Insolvenz: Fisker ist ein US-amerikanischer Hersteller von Elektrofahrzeugen, der 2016 von Henrik Fisker gegründet wurde und seinen Sitz in Los Angeles hat. Das Unternehmen entwickelte das Elektro-SUV Fisker Ocean, das seit Mai 2023 ausgeliefert wird. Fisker steckt seit Dezember 2023 in finanziellen Schwierigkeiten und konnte nur etwa 10.000 statt der geplanten 43.000 Fahrzeuge produzieren. Das Unternehmen meldete im März 2024 einen Nettoverlust von über 463 Millionen US-Dollar für 2023 und reduzierte seine Belegschaft um 15 %.

Die Elektroauto-Firma ist nun insolvent, nachdem sich kein neuer Investor gefunden hat und die Produktion in Österreich seit März stillsteht. Henrik Fisker hat damit bereits das zweite Startup verloren. Fisker hatte sich als großer Tesla-Herausforderer positioniert und warb mit der Nachhaltigkeit seines elektrischen SUVs Ocean, das seit letztem Jahr verkauft wurde. Doch es gab immer wieder Produktionsprobleme bei Magna in Österreich und die geplanten Produktionszahlen konnten nicht erreicht werden. Im vergangenen Jahr baute Fisker rund 10.000 Fahrzeuge und lieferte nur etwa 5.000 davon aus.

Die Firma kämpfte zudem mit Softwareproblemen und einem unpopulären Direktvertriebsmodell, das insbesondere in Deutschland schlecht ankam. Die finanziellen Schwierigkeiten verschärften sich Anfang des Jahres und ohne frisches Kapital war das Überleben der Firma gefährdet. Verhandlungen mit einem großen Autobauer, vermutlich Nissan, scheiterten im März und der Aktienkurs brach ein. Die New Yorker Börse setzte den Handel mit Fisker-Papieren aus, und die Insolvenz wurde unausweichlich.

Fisker
 Fisker, Website

Henrik Fisker ist bereits 2013 mit einem E-Auto-Startup gescheitert und hat zuvor bei BMW und Aston Martin als Autodesigner gearbeitet. Fiskers Insolvenz reiht sich in eine Serie von Misserfolgen junger E-Auto-Startups ein, die mit sinkender Nachfrage und finanziellen Herausforderungen kämpfen. In Deutschland traf es zuletzt Ego Mobile, das nun zum zweiten Mal insolvent ist. Die Zeiten sind für junge E-Auto-Unternehmen schwierig, mit stagnierender Nachfrage in Europa und den USA und einem harten Preiskampf in China. Tesla bleibt trotz sinkender Gewinne profitabel, während Konkurrenten wie Rivian große Verluste verzeichnen, aber noch die Unterstützung ihrer Geldgeber haben.